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Danzig-Wonneberg / Gdansk-Ujescisko
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Dieses ist eine private Nostalgie-Seite, die nichts mit Mathematik
zu tun hat.
Vorbemerkung
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Die ersten acht Lebensjahre von 1937 bis 1945 verbrachte ich in einem
kleinen Dorf südlich von Danzig mit dem Namen Wonneberg, jetzt Ujescisko
(Stare).
Meine Eltern sind in Wittenburg, Kreis Briesen, aufgewachsen. 1930 kam
mein Vater als junger Lehrer und Organist in das Dorf und gründete
eine Familie.
1945 mussten wir flüchten.
Ich kam in den Jahren 1970 und 2006 als Besucher in das Dorf zurück. |
Im September 2008 bekam ich Kontakt mit
zwei Einwohnern Ujesciskos, Jacek Kalinowski
and Tomasz Zukowski, über die Web Site http://www.ujescisko.com/,
die inzwischen verschwunden ist (Mai 2012).
Sie interessierten sich für die Geschichte vor 1945. So habe ich
zurückgeschaut und diese Seite erstellt.
Umgebung von Wonneberg
/ Ujescisko top
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Umgebung von Wonneberg/Ujescisko in Deutsch und Polnisch. |
Landkarten top
Landkarten von 1784
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Wonneberg ist ein sehr altes Dorf.
Auf einer Landkarte von 1784 ist das Dorf schon eingezeichnet. |
Es geht sogar offenbar noch viel weiter
zurück.
Auf der Seite Preußische Regesten (Regesten=Urkundensammlungen)1341
kann man nachlesen:
PrUB 3.423 — [1338-1341]
"Der Komtur von Danzig Winrich von Kniprode verleiht dem Konrad Münzmeister
als Schulzen das Dorf Wonneberg (Kreis Danziger Höhe) mit 38 Hufen
zu kulmischem Recht."
Quelle http://www.prussia.uni-erlangen.de/1341.html#1341
Landkarte aus der
Vorkriegszeit
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Wonneberg vor 1945
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Landkarte aus der
Nachkriegszeit
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Wonneberg unmittelbar nach 1945..............................................
Russische Karte
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Wonneberg
heute mit Google Maps
Wonneberg, ein Angerdorf
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Das ist schon etwas Besonderes: Wonneberg war ein Angerdorf.
Die Hauptstraße und eine Abzweigung umgaben eine Insel, den Dorfanger
(gelb).
Dort lagen drei der offiziellen Häuser, der Laden/die Gastwirtschaft
(14), die Schule (15) und die Schmiede (16).
Weiter lagen auf der Insel ein großer und ein kleiner Teich,
eine Wiese und das Pumpenhaus(17). Dort holten sich die meisten Bewohner
des Ortes das Trinkwasser. Dabei war immer ein Quätschchen drin.
Auf der rechten Seite lagen fünf Bauernhöfe (zusammen 5000
ha), auf der linken Seite wohnten die sogenannten kleinen Leute. Viele
arbeiteten bei den Bauern.
Die Kirche (13), die bei einem Angerdorf normalerweise auch auf der
Insel liegt, lag abseits an einer Straßenkreuzung des Dorfes. |
Einwohner Wonnebergs
top
Es ist uns gelungen, die Namen von etwa 42 Familien, die vor 1945 in
Wonneberg wohnten, zu ermitteln.
xx Archut
59 Beyer
xx Cozch
64 Dombrowski
65 Domrös
66 von Dühren, Artur (Wirt)
67 von Dühren, Felix (Bauer)
xx Flissikowski
xx Grabowski
70/71 Grocholl
71 Groddeck
72 Hahn
12 Prang |
xx Richert
37 Hansekowski
74 Heering
47/48 Hinz
49 Hoffmann
49/50 Hübner
56 Köller
29 Konrad
xx Krause
xx Krönke
31 Krüger
33 Lademann
34 Lehre |
35 Liesandt
36/38/39 Lischnewski
40 Mahlau
43 Mirau – Sielaff
xx Pawlowski
xx Rosalewski
16/18/19/20 Rösner
xx Siek
xx Spell
22 Splanemann
23 Splitt
xx Stolz
01/28 Taube |
03/04 Wittstock
06 Ziebarth
06 Ziehm.
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Viele Namen stammen von meinen beiden älteren Brüdern, die
bei Kriegsende 15 und 16 Jahre alt waren. Viele Namen stammen aber auch
von James Smith von der Lademann-Familie aus den USA. Er hatte sie von
der "Family History Library in Salt Lake City, Utah" der Mormonen als Mikrofilm
besorgt und sie mir in Form von 76 Bilddateien zugesandt. Die zweistelligen
Zahlen geben die Nummern der Dateien an. Die mit xx gekennzeichneten Familien
fehlten in der Heimatortkartei, waren uns aber bekannt.
Unter den Dateien befinden sich auch die von Neuwonnebergern, die wir
bis auf eine Ausnahme (75 Herrmann) nicht kennen. Dann gibt es die Karte
des Gastwirts von Hölle, 14 Puttkammer , und die meiner ersten Lehrerin
02 Frl. Tschiersky, die uns Schüler in Hölle unterrichtete, aber
in Danzig-Langfuhr wohnte.
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Zusammengetragen wurden die Namen in der "Heimatortskartei für
Danzig-Westpreußen (1936-1963)". Offensichtlich haben sich fast alle
Einwohner Wonnebergs nach dem Krieg bei dieser Stelle in Lübeck gemeldet
und ihre Daten handschriftlich angegeben.
Wir können uns an diese offenbar Deutschland-weite Aktion in den
1950er Jahren nicht erinnern.
Die Organisation ist inzwischen aufgelöst, und die Karteikarten
wurden der Mormonen-Bibliothek eingegliedert.
Man findet sie unter "Wonneberg - Zwirngasse
- FHL INTL Film [ 444604 ]".
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Unter den Karteikarten befand sich auch die Karte meines Vaters. Sie
ist einigermaßen lesbar. Tinte-kopiert liefert bekanntlich
schlechte Qualitäten. Es ist schade, dass die Daten anderer Wonneberger
manchmal kaum lesbar sind.
Die Karten geben Auskunft über:
Name
Geburtsdatum, Geburtsort, Religion, Familienstand
Beruf
letzter Wohnort vor 1945
Adressen nach 1945
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Manchmal gibt es auch eine zweite Karte mit Daten der Ehefrau und der Kinder.
Häuser vor 1945
Es folgt der Versuch, den Familien Häuser
zuzuordnen.
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01 Wittstock
02 Hahn
03 Gut Heering/Frau Schwarz
04 Gut Groddeck, Lehre
05 Schulraum, 1. bis 4.Schuljahr
06 Bauer Taube
07 Bauer Arthur von Dühren
08 Bauer Prang
09 Sielaff, Mirau
10 Splitt
11 "Insthaus" Konrad, Domrös, Pawlowski, Dombrowski, Rosalewski,
Ziehm(?) |
12 Frau Rösner
13 Pfarrhaus Hoffmann, Hinz, Evangelische Kirche
14 Laden und Gastwirtschaft von Dühren
15 Schule Köller
16 Schmiede Archut, Liesandt
17 Pumpenhaus
18 "Insthäuser" Splanemann, Mahlau, Hansekowski/Grocholl, Flissikowski,
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19 Mahlau
20 Gemeindeeigenes Haus - Sieg, Beyer, Lademann und der Polizist Krüger
21/22 Cozch, Lischnewski, Hübner, Ziebarth, Krönke, Richert |
Zwischen 2 und 3 ist eine Lücke. Da lag das Ackerland des Lehrers
von 1 ha Größe.
Wohnorte nach 1945
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Von den 34 Familien Wonnebergs, deren Namen wir ausfindig machen konnten,
sind 22 mit ihren Wohnorten nach 1945 erfasst. (Oft waren gerade die Wohnorte
auf den Karteikarten unleserlich.)
Der Wohnort wird durch einen Punkt markiert, die Buchstaben sind die
ersten eines Namens.
Das ist deutlich:
Die Familien wurden nach der Flucht auf ganz Deutschland verteilt. |
Ujescisko 2006
1945 wurde aus dem deutschen Wonneberg das polnische Ujescisko
(Stare).
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Ich habe versucht, einen Plan von heute zu zeichnen.
Die rot gekennzeichneten Häuser sind meist Backsteinhäuser,
die wir wiedererkannten.
Die Kirche ging 1945 in Flammen auf. Die Ruinen des Friedhofs liegen
in einem Wäldchen.
Die Bauernhöfe sind kaum zu erkennen. Ihre Wohnhäuser wurden
1945 zum Teil angesteckt. Der kleine Teich ist zugeschüttet.
Die Pumpe ist verschwunden. Da stehen jetzt das Transformatorenhaus und
die Bushaltestelle Ujesciskos.
Die Gebäude der Schmiede (5) und die Gastwirtschaft (3) sind durch
neue Wohnhäuser ersetzt. |
Die Häuser von Wonneberg lagen früher rund um den Dorfanger.
Heute ist das Dorf als Vorort von Danzig in alle Richtungen gewachsen.
Nach Schönfeld und Schüddelkau hinaus sind zahlreiche neue Siedlungen
entstanden. Entsprechend groß war der Verkehr an einem Sonntagmittag
im Jahre 2006 , so dass wir kaum die Straße überqueren konnten.
Die Flucht top
Des Pfarrers und meine Familie verließen das Dorf vor der Besetzung
durch die russische Armee, nach uns auch die Familien Grocholl und Krüger.
Die übrigen deutschen Bewohner des Dorfes erlebten einen harten Sommer
und wurden im Laufe des Jahres 1945 ausgewiesen.
Versuch einer Bahnfahrt
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Wir wollten mit der Eisenbahn in den Westen fahren.
Das ist die Fahrkarte, ausgestellt am 27.1.1945. |
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Aber nach etlichen Stunden musste der Zug nach Danzig umkehren.
Die russische Armee stand vor Stettin, und die Eisenbahnlinie war nicht
mehr frei. |
Flucht über
die Ostsee
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So blieb nur noch der Seeweg offen. Wir fanden auf dem Schiff Emsstrom
Platz, das solange im Hafen von Neufahrwasser lag, bis ein Konvoi zusammengestellt
war.
Über ihn fand ich im Internet die Aussage:
"Am 1.Februar 1945 verließen die großen Passagierdampfer
Hansa (21.133 BRT), Hamburg (21.691 BRT), Cap Arkona (27.571 BRT) und weitere
Schiffe die Danziger Bucht und erreichten die westliche Ostsee." |
Bis zum Kriegsende im April wurden auf
dem Seewege 1,5 Millionen über die Ostsee gebracht.
3.000 Menschen fanden dabei den Tod.
1937 und 1945
1937
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Heute
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Deutschland verlor 1/3 seiner Fläche. An die sieben Millionen Menschen
mussten flüchten. Das war wohl ein Preis, den wir wegen unseres Naziregimes,
das so viel Leid und Schrecken in die Welt gebracht hat, zahlen mussten.
Alte
Bilder aus Wonneberg top
Evangelische Kirche
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Zwei Dorfansichten stammen von einer Postkarte, die meine Mutter 1942
an ihre Cousine in Mülheim an der Ruhr schickte.
Die Kirche brannte 1945 ab. |
Vor 1942 und Februar 2009
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Vor 1942 und Februar 2009
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Die Fotos von 2009 stammen von Jacek Kalinowski
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...Eine Zeichnung
der evangelischen Kirche fand ich vor Jahren
im Internet bei einer polnischen Newsgroup.
Hoffentlich liegt auf der Zeichnung kein Copyright...
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Eingangsbereich der Kirche, vor 1945
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Schule
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Ehemalige Schule (15) ca. 1930 |
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Ehemalige Schule (15) ca. 1939 |
Familie von Dühren
Kirsten Mrosseck fand diese Seite im Internet,
weil sie wusste, dass ihre Großmutter als Tochter des Schmiedemeisters
Paul von Dühren in Wonneberg aufgewachsen ist. Sie fand in deren
Fotoalbum ein Bild der Familie vor der Schmiede (Haus 16 in der Skizze
oben) im Jahre 1918 (!). - Ab etwa 1930 war Archut der Inhaber der Schmiede.
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Bauernhof Felix von Dühren vor 1945
(7)
Das Foto stammt von Rainer Köller. |
Familie Heering
Im November 2009 entdeckte Karin White, geborene Heering, diese Webseite.
Sie ist die Tochter von Franz und Dora Heering, die in Wonneberg einen
Gutshof und nordwestlich von Wonneberg eine Sandgrube besaßen. An
Stelle der Sandgrube befindet sich dort heute ein großer Friedhof.
Die Gebäude des Hofes wurden bei den Kämpfen um Danzig im
Frühjahr 1945 zerstört. Als ich 1970 das Dorf besuchte, fand
ich nur das ehemalige Haus des Verwalters vor. Die Rotbuche links gehörte
zum ehemaligen Garten.
1970
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Man kann die Lage der Gebäude des Bauernhofes mit Hilfe der Karte
vor 1945 oben erkennen.
1 Wohnhaus, 2 Kuh- und Schweinestall, 3 Scheune,
4 Pferdestall, 5 Schmiede und Remise, 6 Haus des Verwalters. |
Karin sandte mir Photos zu.
Wohnhaus
Franz Heering, Frau Schwarz und Dora Heering
Franz Heering vor dem Pferdestall 1932
Es kann sein, dass die folgenden Photos in alter Zeit
im Dorf gemacht worden sind.
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Das ist eine Aufnahme aus den ersten Stock des Wohnhauses mit Blick
auf die Schule mit den beiden Schornsteinen in der Mitte.
Gleich rechts neben der Tanne ist die Kirchturmspitze.
Die lockere Baumbepflanzung und der Brunnen links sind uns unbekannt.
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Wahrscheinlicher ist die Deutung der folgenden Aufnahme.
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Das Foto zeigt einen Blick auf den Hof Prang mit dem großen Schornstein
und auf zwei Kopfweiden, die in Wonneberg nur entlang des großen
Teiches standen.
Ganz links liegt der Hof Felix von Dühren.
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Familie Mirau
Im Juli 2010 bekam ich Kontakt zu Enkeln des
Ehepaares Mirau (9). Im Familienbesitz befinden sich noch zwei alte Aufnahmen,
von denen nicht bekannt ist, wann sie entstanden sind und welche Personen
sie zeigen.
Im Hintergrund das Haus der Familie von Dühren (14), links der
Laden, rechts die Wirtschaft
Haus der Familie Mirau
Neuere Fotos
Das ist schon wieder eine historische Aufnahme
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Blick vom Pumpenhaus aus über den Kleinen Teich auf die Schule
(15).
Die Aufnahme entstand um 1965. |
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So sah die Stelle im Jahre 2006 aus. |
Alte Bilder aus umliegenden
Orten top
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Umgebung von Wonneberg/Ujescisko in Deutsch und Polnisch. |
Zankenzin
Ruine des Gutshofs Zankenzin, Photo von Barbara Lewko, 1993
Ruine des Gutshofs Zankenzin, Photo von Barbara Lewko, 1999
Schönfeld
Früherer Gutshof Schönfeld, zur Verfügung gestellt von
Bartosz B.
Emaus und Hölle
Volksschule Emaus
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Ruine der Schule Hölle
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Zur Verfügung gestellt von Bartosz
B.
Geschichten von früher
top
Bruno von Stolzenberg
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Im November 2008 wurde ein Gedenkstein am ehemaligen Friedhof aufgestellt.
Das ist eine große Geste der heutigen Bewohner Wonnebergs/Ujesciskos.
Da kommen Erinnerungen hoch.
Von der Straße aus habe ich mit 7 Jahren oder jünger vor
1945 so manche Beerdigung miterlebt. Im Blickpunkt stand dabei Schucker-Brunchen
(alias Schugger-Brunchen, Bruno von Stolzenberg), dessen
merkwürdige Erscheinung man sich so aus sicherer Entfernung ansehen
konnte. In den Straßen war er von den jüngeren Bewohner gefürchtet.
Da er von den älteren geärgert wurde, verfolgte er alle Kinder
und drohte mit seinem Krückstock.
Schucker-Brunchen war, hieß es, ein ehemaliger Priester, und wegen
eines Blitzschlags war ein Arm steif und das Gesicht schief (oder war es
ein Schlaganfall?). Er war leicht verwirrt. Er tauchte bei allen Beerdigungen
im Großraum Danzig auf und wünschte den Angehörigen sein
Beileid. Er lebte dann von den kleinen Geldgeschenken.
Schucker-Brunchen ist als Schugger-Leo eine Figur der Weltliteratur
geworden. In der Blechtrommel von Günter Grass spielt er eine wichtige
Nebenrolle.
Grass sinngemäß: Bei Kriegsende nahm die Zahl der Beerdigungen
so zu, dass selbst Schugger-Leo die Übersicht verlor. |
Mein zweitältester
Bruder erinnert sich an diese Geschichte: Als Bruno von Stolzenberg
wieder einmal an einem Begräbnis teilgenommen hatte, stellte er sich,
bekleidet mit schwarzem Anzug und weißen Handschuhen, an den Ausgang
und hielt den Besuchern seinen Zylinder entgegen für eine kleine Gabe.
Er bekam von fast jedem etwas, wenn auch nur Pfennige. Anschließend
warf er das Geld auf die Straße, damit die Kinder es aufheben konnten.
Mein Bruder tat das auch und lief sogleich in den gegenüberliegenden
Laden von Dühren, um die Münzen in Süßigkeiten umzusetzen.
Er schämt sich dafür noch heute.
Der Große Teich
Sucht man die Lage von Wonneberg auf einer Landkarte,
orientiert man sich an dem Großen Teich. Er ist ein Merkmal des Dorfes.
- Gespräche in unserer Familie über alte Zeiten drehen sich oft
um Ereignisse rund um ihn. Mit unserer Familie meine ich in erster Linie
meine beiden älteren Brüder. Sie verhalfen mir zu den folgenden
Geschicht-chen.
Der Große Teich hatte keinen Zufluss und
Abfluss, sondern wurde vom Oberflächenwasser (d.h. vom Regen) gespeist.
Er hatte nur eine Tiefe von etwa 80 cm. Nur vor dem Weg zwischen den Bauern
Arthur von Dühren und Prang war er tiefer ausgebaggert, damit an dieser
Stelle die Pferde beim Waschen ganz eintauchen konnten.
Er diente als Viehtränke. An jedem Tag wurden
morgens die Pferde an der Nordostecke des Teiches ans Wasser getrieben,
damit sie saufen konnten. Sie waren schon angeschirrt, entweder in
Gespannen zu zweit oder zu viert. Auch Kühe füllten abends am
Teich ihren Wasserhaushalt auf.
Die Dorfjugend benutzte den Teich selten zum Baden.
Das Schwimmen lernte die Wonneberger Jugend in einem kleinen Teich, dem
Oberbruch, in Richtung Hölle. Auf der russischen Karte oben ist er
eingezeichnet.
Es gab viele Aktivitäten:
Offenbar war der Teich biologisch im Gleichgewicht,
denn es lebten in ihm z.B. die Karpfenart Karauschen. Mit einem
besonderen "Netz" wurden die Karauschen gefangen. Mit zwei Stöcken
wurde ein leerer Strohsack offengehalten und zu zweit durch das flache
Wasser gezogen. Ein Problem war, dass keiner die Fische später, wenn
sie gebraten waren, essen wollte. Sie waren voller Gräten und schmeckten
nach dem Teichwasser etwas "modderich".
Die Winter waren hart und lang. Der Große
Teich fror zu. Schlittschuhlaufen war ein beliebter Sport.
Das "Karussell" war beliebt: Die Älteren
schlugen durch das Eis in der Mitte einen Pfahl in den Boden, an dem dann
ein langes Seil befestigt wurde. Am freien Ende drehte ein geübter
Schlittschuhläufer seine Kreise und hielt das Seil gespannt. Weitere
Schlittschuhläufer hielten sich am Seil fest und drehten Kreise mit
kleinerem Radius. Musste einer das Seil loslassen, so rutschte er zum Gaudi
aller tangential über die Eisfläche.
Im Januar kam der Schlachter aus Emaus und schlug
mit der Axt rechteckige Eisschollen zurecht. Die holte er aus dem Teich,
zerschlug sie zu kleineren Stücken, brachte diese mit seinem LKW in
den Keller und kühlte so die Fleischwaren in wärmeren Zeiten.
Lagen die Eisschollen noch im Wasser, so war "Schollen laufen" ein beliebter
Sport. Man sprang von Scholle zu Scholle und passte dabei auf, dass man
die Mitte traf und die Scholle so kurzzeitig trug. Gefährlich war
es, unter die Eisfläche zu geraten. Das passierte einmal einem Jungen
aus Neuwonneberg, der nur mit Mühe gerettet werden konnte.
Ließ der Schlachter eine freie Wasserfläche
zurück oder kam später Tauwetter, so wurde mit Beilen eine größere
Scholle herausgehauen, die dann als Floß diente.
... ...
2006.
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Bei unserem Besuch in Wonneberg/Ujescisko im März 2006 konnten
wir beobachten, dass sich an der Südostecke des Teiches vor dem ehemaligen
Haus der Familie Mirau ein Kinderspielplatz befand und Bänke standen.
Das war vor 1945 die Stelle, wo einmal im Jahr eine kleine Kirmes mit
einem Karussell stattfand.
Dort stand auch das Spritzenhaus des Dorfes und von da aus transportierte
der Schlachter aus Emaus die Eisstücke aus dem Teich ab. |
Das ist neu für uns: Seerosen auf dem Großen Teich :-) (Photo
von Jacek Kalinowski, 2008)
Neue Bilder top
Die folgenden Fotos schickte mir Jacek Kalinowski.
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Er kombinierte alte Photos mit aktuellen. |
1
2
3
4
Südwestlich und südlich von Alt-Wonneberg
sind viele neue Häuser entstanden.
Dieses ist die Siedlung "Sztery pory roku" (Vier Jahreszeiten) in Zankenzin.
Vorne links steht die neue Schule.
Dort ist auch die neue katholische Kirche St. Padre Pio.
Die Kirche ist noch im Bau (Dezember 2009). Die Türme sind 35
m hoch.
Danzig-Wonneberg/Gdansk-Ujescisko
im Internet top
Deutsch
Axel Katins
Praust
"Diese Website soll allen interessierten Historikern und Familienforschern
zur Verfügung stehen, sich ein Bild der Stadt Praust (Kreis Danziger
Höhe) und ihrer Einwohner zu machen."
Bund der Deutschen Minderheit Danzig
Bund
der Deutschen Minderheit Danzig / Zwiazek Mniejszosci Niemieckiej Gdansk
Geschichte
der Deutschen in Danzig nach 1945
forum.danzig.de
Schucker
Brunchen und Blum Antje, Eine
Erinnerung an Bruno (Schucker Brunchen)
Wikipedia
Danzig, Freie
Stadt Danzig, Ostgebiete
des Deutschen Reiches, Heimatvertriebener
Englisch
Wikipedia
Gdansk, Free
City of Danzig, Former
eastern territories of Germany, Heimatvertriebene,
Family
History Library (Mormon Church)
Gdansk (official web site)
Videos
bei Youtube von Jacek Kalinowski
Gdansk Ujescisko...
20.06.2007
Cmentarz
Ujescisko - pokaz slajdów - 13.05.2008
Wonneberg
i Ujescisko... - 23. Febr. 2009
Ujesciska Góra
/ Wonne-Berg - 24. Juli 2009
Z
albumów mieszkanców Ujesciska - 25.07.2010
Zima - Ujescisko
- 14.01.2010
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2008 Jürgen Köller
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